Altenstadts Schulgeschichte muss neu geschrieben werden

Eigentlich planten die Lehrer der Grund- und Hauptschule in Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Schuljahr 2000/01, das 350jährige Schuljubiläum groß zu feiern. Doch daraus wurde nichts. Durch Zufall stießen sie auf die Häuserchronik des ehemaligen Altenstädter Helmut Reis (erschienen 1977). Ihr war zu entnehmen, dass es bereits vorher einen Lehrer in Altenstadt gab. Neun Jahre vor Hardt, der als ersten Schulmeister einen gewissen Fuchs erwähnte, hatte es demzufolge einen Lehrer am Ort gegeben. Nach Rücksprache mit Helmut Reis, der als Pensionist bei Neumarkt wohnt, konnte in Erfahrung gebracht werden, dass seine Unterlagen aus dem Bischöflichen Archiv in Regensburg stammen.

Monsignore Dr. Paul Mai, Leiter des Bischöflichen Zentralarchivs in Regensburg, bestätigte, dass aus den Kirchenbüchern der Pfarrei Altenstadt hervorgehe, dass bei einer Taufe im Jahre 1609 der damalige Schulmeister Loew als "Gevatter" verzeichnet wird. Im ersten Kirchenband, der eine Abhandlung über den kirchlichen Amtsbezirk in Altenstadt enthält, wird 1576 der lutherische Pfarrer Johannes Agricola mit zwei Hilfspriestern aufgeführt. Im gleichen Zusammenhang wird der Neustädter Schulmeister Johannes Loew als Coadjutor im Jahr 1610/11 in Altenstadt erwähnt. Loew hat also schulisch in Altenstadt ausgeholfen, seine Nachfolger, die dann auch in der Hardtschen Chronik erscheinen, haben ebenfalls diese Doppelfunktion wahrgenommen. Jörg Krämer aus Altenstadt, erbrachte 2006 beim Erforschen der Geschichte der ev. luth. Pfarrei Neustadt/Altenstadt im Archiv der Diözese Regensburg den Beweis: Loew war kein Lehrer. Dieses Ergebnis kippt alle vorhandenen Pläne für Jubiläen über den Haufen. Urkundlich gesichert ist nur dies: Bereits 1526 hatte der Pfarrer von Altenstadt einen Kaplan und einen Lehrer am Ort. Es handelt sich eindeutig um zwei Personen, dies ergibt sich einer aus vorhandenen Bezahlung. Der Name eines Lehrers wird erst 1620 offenkundig. Näheres unter Chronik der Schulmeister. Wieder wird nichts aus einem Jubiläum so der Stand im April 2008. Wir dürfen gespannt sein, ob sich durch Zufall neue Ergebnisse aufweisen lassen.

1. Das alte Schul- und Mesnerhaus

Wo genau der erste Unterricht 1526 abgehalten wurde, und wie viele Schüler ihn besuchten, ist nicht bekannt. Es darf jedoch davon ausgegangen werden, dass an der Stelle des heutigen ehemaligen Mesnerhauses am Eingang zum Friedhof vom alten Pfarrplatz aus ein Vorgängerbau bestand. Dieser wurde nachweislich 1793 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. 1920 kaufte die politische Gemeinde Altenstadt das alte Schulhaus von der katholischen Kirchenstiftung.

2. Das Schulhaus an der Hauptstraße

Da das Mesner- und Schulhaus nicht mehr ausreichten, erbaute die Gemeinde bereits 1910 an der Hauptstraße am Kirchplatz - der heutigen Sparkasse - ein neues Schulhaus mit zwei Schulsälen. Es wurde bis Ende 1951 voll als Schule genutzt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde die Schule Altenstadt mit Genehmigung der US-Behörde im Herbst 1945 für die 1. bis 4. Klassen wieder eröffnet, die höheren Schülerjahrgänge folgten im Februar 1946. Im Schichtunterricht wurden durch die Lehrerin Anni Kreuzer aus Oberviechtach und dem aus Ostpreußen stammenden Lehrer Leo Mallach, 250 Kinder unterrichtet.

Das Bild zeigt die 4./5./ 6. Klasse der Volksschule Altenstadt an der Waldnaab aus dem Jahre 1934 mit Oberlehrer Mühlbauer (hinten Mitte).

Dabei fällt auf: In der ersten Reihe sitzt ein Junge mit der Uniform der Hitlerjugend. Über der Tafel  hängen Bilder von Reichskanzler und Reichspräsident.

3. Das Schulhaus am Julius-Meister-Weg

Durch die vielen Flüchtlingskinder wurde 1950 der Neubau einer Schule beschlossen. Da die Mittel knapp waren, beteiligten sich Eltern und andere Bürger in freiwilligen Arbeitsstunden am Aushub des Kellers. Spenden kamen von den beiden Glasfabriken. Am 06. Januar 1952 konnte die Schule am Julius-Meister-Weg eingeweiht werden. Vier Klassenzimmer, ein Keller mit Filmsaal, eine Lehrerwohnung im Dachgeschoss. Kosten: 475.000,00 Mark. Im Schulhaus an der Hauptstraße wurde ein Klassenzimmer aufgelöst und die Gemeindekanzlei untergebracht.

 

 

 

 

1957 bis 1959 musste erneut angebaut werden, bald reichte der Platz wieder nicht aus. 1966 konnten zwei weitere Klassenzimmer bezogen werden, die Turnhalle wurde am 04. Februar 1967 eingeweiht.

Am Ende des Schuljahres 1981/82 hatte die Volksschule Altenstadt 18 Klassen. Mehrere Klassen waren ausgelagert in Kirchendemenreuth, in Parkstein, im alten Schulhaus und im katholischen Kindergarten.

 

 

So präsentiert sich die Anlage der Grundschule im Jahr 2008

4. Teilung der Grund- und Hauptschule

Da für einen weiteren Anbau der Platz fehlte, wurde beschlossen, die Volksschule in eine Grund- und Hauptschule zu trennen. Im Schuljahr 1982/83 konnte die neue Hauptschule im Süden der Gemeinde in Betrieb genommen werden. Im alten Schulhaus verblieb die Grundschule.

Der Hauptschule angeschlossen: Parkstein, Kirchendemenreuth und Schwarzenbach, der Grundschule die Gemeinde Kirchendemenreuth. Im Schuljahr 1998/99 trat die Gemeinde Schwarzenbach aus dem Schulverband aus, die Schüler wurden nach Pressath umgeschult. Seit dem Schuljahr 1997/98 kommen auch die 5. und 6. Klassen von Parkstein nach Altenstadt, Parkstein wurde zur reinen Grundschule. Seit dem Schuljahr 2000/01 gibt es an der Hauptschule im Verbund mit der Hauptschule Neustadt zwei M 7-Klassen. Die Schüler kommen aus den Gemeinden Altenstadt, Floss, Flossenburg, Püchersreuth, Neustadt, Kirchendemenreuth und Parkstein.

1986 wurde eine Generalsanierung durchgeführt, ein kleiner Sportplatz 1989 erstellt.

Im Februar 2001 stellte der Gemeinderat eindeutig fest, dass eine erneute Sanierung der Grundschule ansteht. Vieles steht an, eine Lösung muss für fehlende Klassen- und Fachräume gefunden werden. Vorrangig ist die Umgestaltung des Pausenhofes.